Stadt Hamm zeigt Haltung! Hammer Wochen gegen Rassismus

Erstmalig beteiligt sich im März 2022 die Stadt Hamm als Kommune offiziell an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen - vom 1. bis 31. März 2022 - finden unter dem Motto „Haltung zeigen“ zahlreiche Veranstaltungen und Projekte digital und in Präsenz statt. Das „Hammer Netzwerk rassismuskritische Arbeit“ hat in Kooperation mit verschiedenen Partnern eine Broschüre mit Veranstaltungen von Anfang bis Ende März 2022 veröffentlicht. Anmeldungen zu den Aktionen, Lesungen, Vorträge und Workshops sind ab sofort möglich.

Die Broschüre finden Sie unter folgendem Link:
Hammer Wochen gegen Rassismus (Link zur PDF-Datei)

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#ZusammenHamm: Zusammenhalten – Schwache schützen!

Aufruf des Runden Tischs unter dem Hashtag #ZusammenHamm

Der Runde Tisch gegen Radikalismus und Gewalt in der Stadt Hamm hat eine Initiative für Zusammenhalt in der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Mit einem offenen Brief wenden sich die Sprecher des Runden Tischs, Pfarrer Dr. Tilman Walther-Sollich (Ev. Kirchenkreis Hamm), Klaus Engels (BackUp-ComeBack und Arnold-Freymuth-Gesellschaft) und Joachim Hoen (DGB Hamm) an alle Bürger*innen: "Wir werben für ein solidarisches Miteinander und möchten allen sonst eher leisen Menschen die Möglichkeit geben, gemeinsam ein Zeichen für Vernunft, Freiheit und Zusammenhalt zu setzen."

Angesichts der wiederkehrenden und teilweise ausufernden Corona-Proteste in Hamm und zahlreichen anderen Städten hatten sich die Mitglieder des Runden Tischs darauf verständigt, einen solchen Aufruf zu starten. Er soll ab Mittwoch, 26. Januar, insbesondere über Social-Media-Kanäle unter dem Hashtag #ZusammenHamm weiterverbreitet werden. Drei Botschaften stehen dabei im Mittelpunkt.

  • "Zusammenhalten – Schwache schützen!" wird als das Gebot der Stunde bezeichnet. Besondere Bedeutung habe dabei die Bereitschaft sich impfen zu lassen. Das schütze die, die sich nicht impfen lassen können. Zugleich gehe es darum, denen den Rücken frei zu halten, die sich besonders im Gesundheitswesen, in Rettungsdiensten, bei der Polizei, aber auch in Kitas, Schulen und Verwaltung für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen.
  • "Deine Freiheit endet, wo du andere gefährdest": Der Aufruf bekennt sich ohne Wenn und Aber zum Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Er gibt aber zu bedenken, dass die individuelle Freiheit der Einzelnen endet, wo die Freiheit der Anderen beginnt.
  • Weißt du, wer neben dir läuft? Mit Nazis geht man nicht "spazieren"! Der Vereinnahmung der Corona-Proteste durch rechte Gruppierungen und ihre Verschwörungserzählungen gilt ein besonderes Augenmerk. Die Initiatoren appellieren an die Hammer*innen, einzustehen für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft, die die Freiheit der Anderen achtet. Sie sehen jedoch mit Sorge, wie sich Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Hamm und anderswo radikalisieren. "Du kannst dich nicht für die Werte unserer Demokratie einsetzen, indem du dich von ihren erklärten Feinden vor den Karren spannen lässt", geben sie zu bedenken. Die Forderung nach Freiheit, Toleranz und dem Recht auf selbstständiges Denken sei bei denen in den falschen Händen, die diese Errungenschaften der Demokratie abschaffen wollen.

"Zusammenhalt ist in schwierigen Zeiten ein außerordentlich hohes Gut", zeigen sich Klaus Engels, Joachim Hoen und Tilman Walther-Sollich überzeugt. Darum gelte es nun, "weiter zusammenzuhalten für unser demokratisches, solidarisches Gemeinwesen".

Zahlreiche Organisationen haben sich als Erstunterzeichnende dem Aufruf angeschlossen, darunter Oberbürgermeister Mark Herter und Regina Schumacher-Goldner (BackUp-ComeBack).

Der Aufruf ist im Wortlaut zu finden unter www.hammer-appell.de/aktuelles/nachrichten/detail/news/zusammenhalten-schwache-schuetzen/

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10 Jahre BackUp: Beratung für Opfer rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt

Knapp zwei Wochen vor Gründung der Beratungsstelle BackUp für Betroffene rechter Gewalt, kam es zu einer gesellschaftspolitischen Zäsur in Deutschland: Die Selbstenttarnung des sogenannten NSU (Nationalsozialistischer Untergrund). Der 4. November 2011 steht am Ende einer 13 Jahre andauernden Serie rechten Terrors, bis dahin unbekannten Ausmaßes. Fernab davon, dass der NSU-Komplex bis heute nicht vollumfänglich aufgeklärt und zerschlagen wurde, macht die Mordserie überdeutlich, warum es Beratungsstellen wie BackUp braucht. Am 17. November 2011 wurde BackUp bei einer Pressekonferenz in der Auslandsgesellschaft in Dortmund der Öffentlichkeit vorgestellt und an den Start gebracht. Schon lange war in Dortmund auf deren Gründung hingearbeitet worden.

„Es ist ein Skandal, dass es diese Arbeit braucht“
„Es ist ein Skandal, dass die Beratungsarbeit unserer Mitarbeitenden vor zehn Jahren nötig wurde. Es ist ein noch viel größerer Skandal, dass es diese Arbeit immer noch braucht“, sagt Hartmut Anders-Hoepgen. Er ist Vorsitzender des Vereins BackUp-Comeback, der die Beratungsstelle BackUp als Träger betreibt. „Unsere Arbeit findet an kleiner Stelle statt, aber doch ist sie wirksam für die Stärkung der Demokratie.“

Bis 2019 zeichnete sich Anders-Hoepgen für die Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund verantwortlich. Schon zehn Jahre zuvor, hatte er gemeinsam mit Dr. Stefan Mühlhofer in der kommunalen Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, auf die Einrichtung dieser Beratungsstelle hingearbeitet. Er sieht in der Arbeit des Vereins und der Beratungsstelle eine zentrale zivilgesellschaftliche Aufgabe, die im Kleinen die Demokratie stärkt und ein friedliches Miteinander in der pluralistischen Gesellschaft hinarbeitet.

Die Opferberatung, anfangs knapp zwei Jahre in der Trägerschaft des Paritätischen, bis der Trägerverein BackUp-ComeBack 2014 gegründet werden konnte, hat seit ihrem Bestehen mehr als 600 Betroffene unterstützt und begleitet. „Immer wieder bleiben Betroffene viele Monate, nach einem gewalttätigen Angriff, bei BackUp in der Beratung, manchmal Jahre – rechte Gewalt hat eine unmittelbare Wirkungsdimension, wie körperliche Verletzungen, häufig zeigen sich die Wirkungen aber auch in langfristigen, jahrelangen Folgen auf Menschen, die sie erleben sowie ihr Umfeld“, sagt Magdalena Lentsch, Leiterin des Projekts BackUp.

Vorstandsmitglied Klaus Engels (v. li.), Hartmut Anders-Hoepgen (Vorsitzender von BackUp – ComeBack) und Vorstandsmitglied Dr. Stefan Mühlhofer. Foto: BackUp - ComeBack

Rassismus ist häufigstes Tatmotiv
Das häufigste Tatmotiv bei Beratungsfällen war Rassismus (in den letzten Jahren jeweils über zwei Drittel) vor Angriffen gegen als politische Gegner*innen gelesene Personen (zwischen 15 und 25 Prozent), neben anderen menschenverachtenden Motiven wie Antisemitismus oder Angriffe gegen Menschen mit Behinderung. Beratungsnehmende hatten am häufigsten versuchte Körperverletzung und massive Bedrohung erlitten, gefolgt von Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung. Zwei Drittel der Angriffe passierten im Wohnumfeld der Betroffenen sowie im öffentlichen Raum (inklusive öffentliche Verkehrsmittel, sowie Bahnhöfe und Haltestellen).

Monitoring beleuchtet Dunkelfeld rechter Gewalttaten
Mehr als 1000 Betroffene haben in Nordrhein-Westfalen Beratung in Anspruch genommen bei der Opferberatung Rheinland (OBR) – zuständig für den rheinischen Landesteil – und bei BackUp – zuständig für den westfälisch-lippischen Teil. BackUp und OBR veröffentlichen jährlich eine Jahresstatistik zu rechten, rassistischen und antisemitischen Gewalttaten, die über die Statistik der politisch-motivierten Kriminalität (PMK rechts) der Polizei hinausgeht. „Mit unserem unabhängigen Monitoring bieten wir eine unbedingt notwendige Erweiterung der statistischen Erfassung durch staatliche Erfassungsbehörden“, so Lentsch. „Das Erleben und die Perspektive von Menschen, die von rechter Gewalt betroffen sind, stehen im Zentrum und sind maßgebliches Kriterium für die Verifizierung von beispielsweise rassistischen Gewalttaten – unabhängig davon, ob ein Angriff strafrechtlich zur Anzeige gebracht wurde.“

Finanziert vom Bund, Land und Stadt – und durch Spenden
Finanziert wird die Beratungseinrichtung, die für die Regierungsbezirke Arnsberg, Münster und Detmold zuständig ist, aus Bundes- und Landesmitteln, sowie aus kommunalen Mitteln der Stadt Dortmund. Unerlässlich für die Arbeit des Vereins ist auch das Engagement der westfälischen Zivilgesellschaft und die enge Zusammenarbeit mit dieser. „Spenden“, so Anders-Hoepgen, „stellen hier ein wichtiges multiplikatorisches Moment dar. Es kommen immer wieder Kosten auf, die durch die Fördergelder nicht gedeckt werden. Und genau in diesen Momenten sind Spenden unerlässlich, um die kontinuierliche Arbeit des Vereins zu ermöglichen. „Es sind unter anderem Service Clubs, Vereine, Einzelpersonen, die spenden, aber diese Personen geben in ihren privaten Kreisen und Organisationen weiter, wie wichtig die Arbeit von BackUp ist.“

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Lions Clubs aus Dortmund spenden 2000 Euro an BackUp-ComeBack

Wir freuen uns über eine erneute Spende der Lion Clubs aus Dortmund – dieses Mal haben die „Nachwuchs-Lions“, der Leo Club Florian, sich an der Spende beteiligt. Alle neun Lions-Clubs und der Leo Club aus Dortmund spenden jeweils 200 Euro, so dass eine Gesamtspende in Höhe von 2000 Euro zusammenkommt. Die Spende war auf zwei Jahre angelegt, d.h. auch im Jahr 2020 wurden schon eine Spende gleicher Höhe an BackUp-ComeBack überwiesen. Die Idee zur Spende hatte 2019 Zonen-Chairperson Prof. Ralf Brickau von seinem Vorgänger Dr. Gregor Durben übernommen und umgesetzt.

Die Projekte des Vereins BackUp-ComeBack
Hartmut Anders-Hoepgen, Vorsitzender von BackUp-ComeBack hatte mehrmals die Gelegenheit die Arbeit des Vereins und seiner beiden Projekte den Lions Clubs vorzustellen. Dabei hat er die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen den Rechtsextremismus in Dortmund und in Westfalen bekräftigt. BackUp-ComeBack betreibt die Projekte BackUp (Opferberatung für Menschen nach rechtsextremen, rassistischen oder antisemitischen Angriffen) und das Projekt „U-Turn“ als Beratungsstelle rund um die Themen Rechtsextremismus, Einstiegsprävention und Ausstiegsberatung für Betroffene und Ratsuchende in Dortmund.

Alle neun Lions Clubs und der Leo Club aus Dortmund spenden
Beim Pressetermin anwesend waren vom Lions Club (LC) Rothe Erde, Robert Wilbrand; LC Phönix, Thomas Rahenbrock; LC Dortmund, Markus Rüdiger; LC Union, Markus Riepe; LC Fluxa, Christel Meierkord; LC Hanse, Kai Oestreicher; LC Reinoldus, Stefan Lammerding; LC Tremonia, Philip Stork; LC Auxilia, Kathrin Hüpler; Leo Club Florian, Pascal Kowsky und Kathi Wilbrand; und in der Funktion als Region und Zone Chairperson und Mitglied im LC Phönix, Prof. Ralf Brickau.

Nach einem von Herrn Brickau verlesenen herzlichen Grußwort von Frau Dr. Gertrud Ahr (District Governor elect des Districts Westfalen Ruhr), zeigte sich Hartmut Anders-Hoepgen überaus erfreut über die Unterstützung der Lions und Leo Clubs – finanziell wie ideell, für eine vielfältige, tolerante und offene Gesellschaft. Dies steht im Einklang mit den Zielen der Lions und Leo Clubs International, die sich der Verständigung der Völker in der Welt, dem guten Bürgersinn, sowie aktiv für die bürgerliche, kulturelle und soziale Entwicklung der Gesellschaft einzutreten, verschrieben haben.

Im Westfälischen Industrieklub zu Dortmund überreicht Zonen-Chairperson Ralf Brickau (vorne rechts) den Spendencheck über 2000 Euro an Hartmut Anders-Hoepgen (vorne links), Vorsitzender von BackUp-ComeBack. Foto: BackUp-ComeBack

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